20.-22. Mai 2011
COSMEDICA Bochum
Flyer (PDF, 710 KB)



Rufen Sie uns an 0234 509 3460 oder faxen Sie uns 0234 509 3461



Artikel als PDF-Dokument

Aktuelles

Die Dermatologische Klinik für Dermatologie und Allergologie - Klinikum der Ruhr-Universität Bochum - organisiert eine Vielzahl von Fort- und Weiterbildungs-veranstaltungen.

Die wesentlichen Veranstaltungen finden Sie hier: Bereits seit längerem liegen der Bundesärztekammer diesbezüglich Formulierungsentwürfe für den dermatologischen Part der Zusatzweiterbildung „Plastische und Ästhetische Operationen“ vor. Diese von DDG und BVDD erarbeiteten Vorschläge dienen als Diskussionsgrundlage für die Weiterbildungsgremien der Bundesärztekammer und werden in den bevorstehenden Anhörungen besprochen. Mit diesen Vorschlägen wird den Forderungen von Bundesärztekammer, Politik und Öffentlichkeit im Sinne der Patientensicherheit und des Verbraucherschutzes Rechnung getragen.

Prof. Dr. J. Petres, Kommission Weiterbildung DDG
Prof. Dr. G. Sebastian, Präsident der VOD
Prof. Dr. H. Gollnick, Präsident DDG
Dr. M. Reusch, Präsident BVDD
Prof. Dr. T. Luger, Generalsekretär DDG
Dr. M. Hornstein, Vize-Präsident BVDD
Prof. Dr. P. Elsner, Referent Öffentlichkeitsarbeit DDG



Stellungnahme der DDG zu der gegewärtigen Diskussion um den „Markt“ der „Schönheitsoperationen“

Plastische und Ästhetische Operationen

Eine Stellungnahme des DDG Präsidenten, Prof. Dr. med. H. Gollnick und des Leiters der Kommission Weiterbildung der DDG, Prof. Dr. med. J. Petres, zum Beschluss des 108. Deutschen Ärztetages, die gegenwärtige Facharztbezeichnung ?Plastische Chirurgie? in ?Plastische und Ästhetische Chirurgie? umzubenennen

Wohl kaum eine andere Fernsehshow hat im zurückliegenden Jahr für mehr Aufsehen gesorgt als ?The Swan?. Die Sendung, in der sich dank Schönheitsoperation ein vermeintlich hässliches Entlein zum perfekten Schwan wandelt, liegt im Trend, der durch Medien beeinflussten überwiegend noch instabilen Jugendlichen oder instabil Älteren. Die Zahl der Schönheitsoperationen steigt daher. Doch zusammen mit diesem boomenden Markt wächst auch die Zahl zweifelhafter Angebote und selbsternannter ?Ästhetikspezialisten? und so genannter ?Schönheitschirurgen?. Dass diese Bezeichnung rechtlich nicht geschützt ist, macht es für Patienten schwer, seriöse von unseriösen Angeboten zu unterscheiden, handelt es sich doch nicht um medizinische, sondern kosmetische Indikationen.

Gerade wir als konservativ und operativ in diesem medizinischen Bereich besonders angesprochenen und kritisch eingestellten Hautärzte sind uns mehr denn je bewusst, dass diesem Wildwuchs selbsternannter und keiner Qualitätskontrolle unterliegender so genannter ?Ästhetischer (Schönheits-) Chirurgen" ein Riegel vorgeschoben werden muss. Eine überprüfbare Qualitätssicherung an ästhetisch operativen Maßnahmen ist dringend erforderlich. Der Beschluss des 108. Deutschen Ärztetages in Berlin, die gegenwärtige Facharztbezeichnung ?Plastische Chirurgie? in ?Plastische und Ästhetische Chirurgie? umzubenennen, ist zwar ein Schritt in die richtige Richtung, aber eher unzureichend, da er die Berufsgruppen in der Medizin nicht berücksichtigt, die auf Grund ihrer Ausbildung im Besonderen und ebenso auf ihren Gebieten hierzu befähigt sind.

Der Beschluss ist eben auch deshalb unzureichend, da er zum einen ohne eine Verdeutlichung der ästhetisch-chirurgischen Maßnahmen in der aktuellen (Muster-) Weiterbildungsordnung dieses Gebietes und den dazugehörigen Richtlinien erfolgt und zum anderen ein entsprechender Erweiterungsbeschluss für die Zusatzweiterbildung ?Plastische Operationen?, die bisher den Gebieten Oto-Rhino-Laryngologie und Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie vorbehalten war, fehlt. Es ist konsequent und logisch, wenn nun entsprechend auch der Tradition, der Befähigung, der Weiterbildungsordnung und der Versorgungsrealität vergleichbare Qualifikationskriterien zur Ausübung plastisch-ästhetischer Operationen auch solchen Fächern geöffnet werden, die damit ebenfalls zu tun haben. Dieses ist in erster Linie das Fachgebiet der Dermatologie und im Weiteren ebenso die Ophtalmologie und die Gynäkologie.

Zusatzweiterbildung bedeutet stets, über das Fachgebiet hinaus eine mehrjährige weitere Qualifikation, die auch dem Bürger gegenüber nachweist, dass er sich auf diesen Arzt, in dessen Hände er sich begibt, verlassen kann. Was die plastischen Operationen und ästhetisch-korrektiven Eingriffe im Gebiet der gesamten Körperhaut betrifft, gibt es kein Fachgebiet, das länger daran geforscht, darüber gearbeitet hat und gegenwärtig arbeitet als die Dermatologie. Sie als einzige vermittelt grundlegend und in aller Breite und Tiefe die Physiologie, Biochemie, Immunologie, Pharmakologie und Mikrobiologie der Haut und ihrer Anhangsorgane und vermag als einziges Fach, den Patienten gegenüber genau darzustellen, wann konservative und wann operative Maßnahmen angezeigt sind, z.B. bei den zahlreichen gutartigen Diagnosen, den Vorstufen oder bei voll entwickeltem Hautkrebs. Dieses ist auch in der Verantwortung gegenüber dem Patienten unabdinglich, ihm klar zu machen, ob ein modernes immunbiologisches oder anderes Verfahren seinen Hautkrebs beseitigt oder ob dieser geschnitten werden muss. Der Dermatochirurg kann dies alles aus einer Hand bieten.

Gegenwärtig sieht es so aus, als wenn auf Grund der Entwicklung auf dem Deutschen Ärztetag alle Anträge in Hinsicht auf die Zusatzweiterbildung ?Plastische und Ästhetische Operationen" neu in der Bundesärztekammer verhandelt werden und dann möglicherweise als Vorstandsbeschluss auf dem nächsten Ärztetag den Delegierten 2006 in Magdeburg vorgelegt werden. Man muss sich im übrigen verdeutlichen, welch schizophrene Situation sich für die Versorgung deutscher Patienten ergibt, wenn man den Beschluss des 108. Deutschen Ärztetages durch die Ärztekammern der Länder, nur isoliert bisherige Plastische Chirurgen den Titel "Facharzt/Fachärztin für plastische ästhetische Chirurgie" führen lassen zu dürfen, eintritt. Anderen und insbesondere operativ tätigen Dermatologen, bliebe ein solches Qualitätssiegel vorenthalten. "Eine solche Regelung ist nicht nachvollziehbar, da sie völlig außer Acht lässt, dass seit Jahren andere Facharztgruppen sehr breit und ausführlich im Bereich der plastisch-ästhetischen Operationen tätig sind", betont Prof. Dr. med. Rudolf Stadler, Leiter der Hautklinik des Klinikums Minden. ?Allen Fächern voran stehen die Dermatologen, ist doch die Haut ihr ureigenstes Organ.?

Auch für Prof. Dr. med. Johannes Petres, Leiter der Kommission "Weiterbildung" der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft und Herausgeber mehrerer Bücher zur Technik plastischer Operationen, geht die jetzt beschlossene Regelung auf dem Ärztetag an der Versorgungs- und Ausbildungsrealität vorbei. Sie wäre auch eine bewusste und nichthinnehmbare Diskriminierung unseres Fachgebietes. In ganz besonderer Weise muss der Dermatologe wie aus seiner eigenen Gebietsweiterbildung hervorgeht, sich die speziellen Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten der ästhetisch-operativen Dermatologie, einschließlich der physikalischen und chemischen Dermabrasionen, der Konturverbesserung und Narbenkorrekturen nachweisen.

Auch historisch gesehen ist die ästhetisch-korrektive Medizin mit ihren chirurgischen Maßnahmen wie der Dermabrasion, der kleinen Chirurgie der Hautoberfläche, der Liposuktion und der gesamten Lasertechnik in den deutschsprachigen Ländern von Dermatologen zum Teil erst eingeführt oder fortentwickelt worden (z.B. Prof. Schreus - Dermabrasion bzw. Dr. Sattler/Prof. Schmeller - Lipsuktion). Die ?ästhetische und operative Dermatologie? ist daher ein integraler Bestandteil des Gebietes ?Haut- und Geschlechtskrankheiten?.

Aus Sicht der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft und des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen dürfte die unbestreitbare und nachgewiesene Kompetenz des Dermatologen in Klinik und Praxis bei ästhetischen Operationen, aber auch bei plastisch-rekonstruktiven Eingriffen in seinem Fachgebiet unstrittig sein. Daraus leitet sich unsere berechtigte und logische Forderung ab, die neue Zusatzweiterbildung ?Plastische und Ästhetische Operationen? für das Gebiet ?Dermatologie und Venerologie? zu öffnen.

Wie aus einer aktuellen Stellungnahme des Präsidenten der Bundesärztekammer hervorgeht, ist unser diesbezüglicher, der Bundesärztekammer seit längerem vorliegender Formulierungsentwurf für den dermatologischen Part der ?Plastischen und Ästhetischen Operationen? Diskussionsgrundlage für die Weiterbildungsgremien der Bundesärztekammer, sowie deren anstehenden Anhörungen mit uns und den weiteren an dieser Zusatzweiterbildung interessierten Gebiete. Um weiterhin im Fachgebiet der Dermatologie und Venerologie für unsere Patienten erfolgreich zu sein, werden sich die Mitglieder der wissenschaftlichen Gesellschaft (DDG) und der niedergelassenen Dermatologen (BVDD) bei ihren Forderungen nach der Aufnahme speziell ästhetisch-operativer Maßnahmen in den dermatologischen Leistungskatalog der ?Plastischen und Ästhetischen Operation? grundsätzlich an das medizinisch Notwendige halten, insbesondere auf das dermato-onkochirurgische Feld fokussieren, die interdisziplinäre Zusammenarbeit betonen und die Gebietsgrenzen beachten. Daher gibt es auch eine reibungslose Zusammenarbeit und Solidarität mit Gynäkologen und Ophtalmologen, wie auch an den meisten Standorten mit HNO-Ärzten und Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen.