Abteilung für aesthetisch-operative Medizin

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Lokalanästhesie

Griechisch: anaisthesia = Empfindungslosigkeit: Betäubung. Es handelt sich um eine reversible, örtlich begrenzte Ausschaltung des Schmerzempfindens durch Oberflächen-, Infiltrations- (bzw. Feldblock-) oder Leitungsanästhesie (Nervenblockaden). Die Tumeszenzanästhesie stellt eine Sonderform der Lokalanästhesie dar. Der Begriff wird z.T. synonym mit "Regionalanästhesie" verwandt.

Die verwendeten Arzneimittel bewirken eine örtlich und zeitlich begrenzte Ausschaltung des Schmerzempfindens durch Hemmung der Impulsweiterleitung entlang der Nervenfaser und der Nervenendigung.

Ein wesentlicher Vorteil der Lokalanästhesie ist die Möglichkeit der Kommunikation mit dem Patienten während des Eingriffs und die schnelle Mobilisation nach dem operativen Eingriff.

Eine sog."Prämedikation" ist bei den meisten Operationen nicht notwendig, sehr ängstliche Patienten können jedoch vor der Operation ein Beruhigungsmittel entweder in Form einer Tablette oder über einen kleinen venösen Zugang erhalten.

Gute Lokalanästhetika sind durch einen schnellen Wirkungseintritt, eine lange Wirkungsdauer und geringe sensibilisierende und toxische Nebenwirkungen gekennzeichnet ( z.B. Lidocain, Mepivacain und Prilocain ). Ein Zusatz von Gefäßverengenden Substanzen ( z.B. Adrenalin ) verringert zum einen die Blutungsneigung, zum anderen wird dadurch die Wirkungsdauer verlängert. Dieser gefäßverengende Zusatz darf nicht in Regionen sogenannter Endarterien ( z.B. Zehen oder Finger) sowie in Gebieten mit verminderter Durchblutung verwendet werden. Die Gefahr der Verletzung peripherer Gefäße oder Nerven ist bei sorgfältiger Anwendung und langsamer Injektion sehr gering. Allergische Reaktionen auf Lokalanästhetika werden sehr selten beobachtet. Wenn solche Reaktionen auftreten, sind sie häufig auf die enthaltenen Konservierungsstoffe (z.B. Parabene ) zurückzuführen.