Abteilung für aesthetisch-operative Medizin

RUB - Ruhr Universität Bochum
Informationen für Ärzte > Faltenbehandlung > Mehr Infos zur Faltenkorrektur mit Botox

Mehr Infos zur Faltenkorrektur mit Botox

Präparate

Auf dem deutschen Markt zugelassen sind drei Botulinum Toxin Präparate, wovon aber nur Vistabel im Bereich der Faltentherapie eingesetzt wird.

  • Botox ® (Allergan Inc., Irvine Kalifornien; deutscher Vertrieb: Fa. Merz, Frankfurt)
  • Botulinum Toxin A
  • Dysport ® (Speywood Biopharm Ltd Wiesham, GB; deutscher Vertrieb: Ipsen Pharma, Ettlingen
  • Botulinum Toxin A
  • NeuroBloc ®/MYOBLOCTM (Athena/Neurosciences, USA; deutscher Vertrieb: Elan, München)
  • Botullinum Toxin B

Gegenmittel

Bislang ist kein Gegenmittel zum Botulinum Toxin erhältlich, doch aufgrund intensiver Forschung auf diesem Bereich sind bereits Grundlagen zur Herstellung eines Gegenmittels geschaffen.

Momentan ist es zumindest möglich, ein durch die Wirkung des Toxins ausgelöstes Herabhängen des Augenlids zu mindern.

Zugelassene Indikationen

  • Hyperhidrosis (B)
  • Spasmus hemifascialis (B,D)
  • zervicale Dystonie (rotatorischer Torticollis) (B,D,N)
  • Spastik (B)
  • fokale Armspastik nach Schlaganfall (B,D)
  • infantile Zerebralparese (B)
  • Blepharospasmus (B,D)

"Off-label uses"

  • Faltenkorrektur
  • vor allem eignen sich Falten im Bereich der Stirn, der Glabella ("Zornesfalten"), der Oberlippe, der Augen ("Krähenfüße"), des Kinns, des Platysmas ("Truthahnhals") sowie des Dekolletés, auch lassen sich hängende Mundwinkel ("Marionette lines") sowie herabhängende Augenbrauen problemlos mit Botox® behandeln
  • Spasmodische Dysphonie
  • Schreibkrampf
  • Oromandibuläre Dystonie
  • Strabismus
  • Tinnitus
  • fokale Extremitätendystonie
  • Stimm-, Kopf-, Extremitätentremor
  • Bruxismus (Zähneknirschen)
  • Stottern
  • Tics (z.B. Tourette-Syndrom)
  • Achalasie
  • Analfissur
  • pathologische Nystagmen
  • Prostatitis
  • Sphinkter-Spastizität
  • hyperaktiver Blase
  • chronischen Schmerzzuständen, wie Migräne, Rückenschmerzen...
  • postoperative Ruhigstellung verschiedener Muskelgruppen
  • gustatorisches Schwitzen (Frey-Syndrom)
  • Prostatitis
  • Vaginismus
  • schwerer Ulcus cornea
  • Krokodilstränen-Syndrom
  • Anismus
  • Cholestase
  • Kamptokormia (unwillkürliches Vorwärtsbeugen des Rumpfes)

Kontraindikationen

  • neuromuskuläre Erkrankungen
    z.B. Myastenia gravis, Lambert-Eaton-Rooke-Syndrom
  • Medikamente, die den muskulären Tonus oder das parasympatische Nervensystem beeinflussen
    z.B. Aminoglykosidantibiotika- v.a. Neomycin/Gentamycin, Spectinomycin/Tobramycin, Muskelrelaxantien...
  • Schwangerschaft oder Stillzeit (nicht erprobt)
  • bekannte schwere Dyspnoe (Exazerbation)
  • Koagulopathien
  • Infektionen im zu behandelnden Bereich
  • Allergien gegen die Zusatzstoffe

Durchführung

Zunächst wird das Behandlungsareal desinfiziert. Je nach Ihrer Muskel- und Faltenausprägung stimmt der behandelnde Arzt den Ort und die Anzahl der Einstichstellen sowie die Menge des Toxins individuell auf Sie ab. Um diese Angaben genau zu erheben, werden Sie gebeten die jeweiligen Muskeln durch entsprechende Mimik zu aktivieren. Dann werden die späteren Einstichstellen mit einem abwaschbaren Stift markiert und anschließend mit einer Substanz injiziert.

Nach der Behandlung

Unmittelbar nach der Behandlung sind Sie wieder gesellschaftsfähig und können Ihren alltäglichen Beschäftigungen nachgehen, allerdings sollten Sie die Einstichstellen für ca. 6 bis 8 Stunden nicht massieren und auch eine Gesichtswäsche innerhalb der folgenden 6 Stunden unterlassen. Um Schmerzen, Schwellungen und Blutergüsse zu reduzieren ist eine Kühlung der Behandlungsstelle vor und nach der Einspritzung anzuraten.

Mögliche Nebenwirkungen/ Komplikationen

Nebenwirkungen treten selten auf, sind aber immer reversibel.
Dazu gehören:

  • Lähmung angrenzender Muskeln
  • Asymmetrie
  • anaphylaktische Reaktionen
  • kleine Hämatome
  • Fehlstellungen des Augenlids
  • Winkelblockglaukom
  • Lidschwellung
  • Hautausschlag
  • Brennen
  • Artikulationsstörungen
  • Augentrockenheit
  • Bildung von neutralisierender Antikörper