Abteilung für aesthetisch-operative Medizin

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Sonographie der Lymphknoten und Subkutis

Einleitung

Im Rahmen der Primärversorgung und Nachsorge von metastasierenden Hauttumoren und kutanen Lymphomen hat sich die B-Bild-Sonographie (7,5 - 10 MHz) der Narbenregion, der Intransitstrecke und der subkutanen regionären Lymphknoten in der Dermatologie in den letzten Jahren etabliert. Besonders bei kleinen metastatisch- oder lymphomveränderten Lymphknoten ist die Sonographie deutlich er Palpation überlegen. Metastasen können bereits ab ca. 3 mm Größe durch die Sonographie entdeckt werden.
Bei eingeschränkter palpatorischer Beurteilbarkeit (anatomische Varianten, voroperierte Region mit Narbenzonen, tiefe Axilla oder Adipositas) ist die Sonographie als nicht invasive Technik eine gut durchführbare, reproduzierbare Untersuchungsmethode. Die an vielen Ultraschallgeräten verfügbare Option der farbkodierten Duplex-Sonographie (FKDS) kann zur Differenzierung von morphologisch veränderten Lymphknoten beitragen.
Die Darstellung im anatomischen Kontext erleichtert zudem die präoperativer Planung.

Ultraschallgeräte

Für die Sonographie der Lymphknoten und der Subkutis werden Geräte mit Linear- oder Konvex - Sonden der Frequenzen zwischen 5 -15 MHz - optimal mit 7,5 bis 10 MHz eingesetzt.
Die Spezifizierung der Gerätemerkmale ist in der Ultraschallvereinbarung (der BKV) vom 10.02.1993 (Fassung vom 01.01.1996), in der ICE- Norm 1157 und in der Medizingeräteverordnung bzw. Medizinproduktegesetz geregelt.
Bei linearen Sonden ist die elektronische Fokussierung variabel und beginnt im Nahbereich bei 0,5 cm. Daher kann auf Wasservorlaufstrecken oder Gelplatten für die oberflächennahe Gewebedifferenzierung ab der Dermis verzichtet werden, was die großflächige Beurteilung z.B. der Transitstrecke zwischen der Narbe des Primärtumors und der regionären Lymphknotenstation erleichtert.

Indikation der Sonographie

Die Indikationen zur Sonographie des lokoregionären Lymphabstromgebietes und der Subkutis sind:

  • Basisdiagnostik von Hautumoren mit potentieller Metastasierung (möglichst vor der operativen Therapie des Primärtumors)
  • Tumornachsorge
  • Therapiekontrolle
  • Präoperative Markierung von Metastasen
  • Abgrenzung suspekter Palpationsbefunde
  • Weichteilschwellungen, subkutane Raumforderungen unklarer Genese
  • Vaskuläre Tumore
  • Sonographische Steuerung diagnosticher / therapeutischer Punktionen

Untersuchungstechnik

In einem gut temperierten, leicht abgedunkelten Raum erfolgt die Untersuchung in Rückenlage. Das Sonographiegerät steht rechts vom Patienten.
Die zu untersuchende Region ist entkleidet. Thorax bzw. Leistenregion werden mit Tüchern abgedeckt. Um eine gute Schallankopplung zu erzielen, wird ausreichend Kontaktgel für die entsprechende Region (im Winter z.B. mittels eines Flaschenwärmers aufgewärmt) appliziert.
Die Anatomie des Lymphgefäßsystems bestimmt den Umfang der Ultraschalldiagnostik in der onkologischen Dermatologie.
Bei der Ausbreitungsdiagnostik sind Variationen des Gefäßverlaufes, wie internodale Verbindungen, rekurrente Lymphbahen und Bypassgefäße und eine hohe Variabilität von Größe und Zahl der Lymphknoten zu beachten.
In der Inguinal- und Iliacalregion können Anastomosen zur Gegenseite primär oder sekundär zur "juxtaregionären" Metastasierung führen.
Ziel ist es, zum Abschluß einer Untersuchung die jeweilige(n) Region(en) in zwei Ebenen dargestellt zu haben.
Die profunde Kenntnis der topographischen Anantomie ist dabei eine Grundvoraussetzung für jeden Untersucher.